Die erste Kandidatin steht schon fest Die 35-jährige Saskia Siegel will Bürgermeisterin werden
Spechbach.

(cm) Das Rennen um die Nachfolge von Guntram Zimmermann ist eröffnet: Bekanntlich tritt der Spechbacher Bürgermeister nach 24 Jahren zur Wahl am 5. Juli nicht mehr an, sondern geht mit 64 Jahren in den Ruhestand. Am Wochenende begann die Bewerbungsfrist – und prompt wagte sich die erste Kandidatin aus der Deckung: Es ist Saskia Siegel, die seit dem Jahr 2012 mit ihrem Mann Kai in Spechbach lebt. Am Samstag gab die 35-Jährige ihre Bewerbung ab.

„Die Spechbacher haben uns mit offenen Armen empfangen und das Dorf zu unserem neuen Zuhause gemacht, wir fühlen uns hier wohl“, erzählt Saskia Siegel, die in Zuzenhausen und in Schwarzach im Neckar-Odenwald-Kreis aufwuchs. „Nun will ich etwas zurückgeben.“ Die Entscheidung zur Kandidatur sei mit der Familie und Freunden schon vor einiger Zeit gefallen, andere Orte kamen nicht in Frage: „Ich bringe die beruflichen Voraussetzungen mit und mein Alter lässt es zu, langfristige Ziele anzugehen und abzuschließen“, meint die Kandidatin.

Nach ihrer Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten beim Bürgermeisteramt Schwarzach wechselte Siegel in die freie Wirtschaft und arbeitete drei Jahre als Koordinatorin für Werkstattaufträge, Außendienstmitarbeiter und Büromanagement. Im Jahr 2008 ging es zurück in die Verwaltung: Nach zwei Jahren beim Bürgermeisteramt in Obrigheim wechselte sie zur Gemeinde Meckesheim als stellvertretende Amtsleiterin des Rathaus-Centers. „Unter meiner Federführung wurde der Wochenmarkt in Meckesheim zu einer festen, angenommenen Institution“, berichtet Siegel. Seit 2014 leitet sie das Ordnungs-, Asyl- und Einwohnermeldeamt der Gemeinde Mauer und ist zudem stellvertretend im Standesamt und Friedhofswesen tätig.

Als Schwerpunkte nennt die Kandidatin die Digitalisierung, die Förderung der Jugendarbeit sowie der Vereine, die Unterstützung der Landwirte, Alltagserleichterungen für Senioren sowie Umwelt- und Naturschutz. Konkrete Ziele will Siegel in den kommenden Wochen mit den Bürgern erarbeiten – obwohl die Coronakrise den Wahlkampf erschwert. Hausbesuche und Veranstaltungen sind nicht möglich. „Ich lasse mir etwas einfallen“, kündigt Siegel an. „Man muss flexibel sein.“ Die 35-Jährige tritt als unabhängige Kandidatin an, wie sie sagt. Ihre Mitgliedschaft bei der SPD ruhe bereits seit vielen Jahren.

In ihrer Freizeit fährt Siegel gerne Mountainbike mit ihrem Mann und kümmert sich um ihr eigenes Pferd, den neun Jahre alten Vollblutaraber-Wallach Jahim, mit dem sie bis 2018 auch im Distanzreiten bei Turnieren aktiv war. Siegel hat außerdem eine Katze: Lissy ist zehn Jahre alt.

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